Sie sind hier: clean-IT > News > Giftige Chemikalien gefährden auch Neugeborene von Samsung-Arbeiterinnen!

News

Giftige Chemikalien gefährden auch Neugeborene von Samsung-Arbeiterinnen!

16. Januar 2015

In den vergangenen Jahren wurde Samsung mit einer Reihe von beunruhigenden Behauptungen über Berufskrankheiten einiger seiner ArbeiterInnen in Südkorea, der Heimat des Unternehmens, konfrontiert.
Ehemalige ArbeiterInnen und ihre Familien sagten gemeinsam mit GewerkschaftsaktivistInnen aus, dass die Bedingungen in den Halbleiterfabriken von Samsung zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Leukämie und anderen Krebserkrankungen bei ehemaligen Arbeitnehmern geführt hätten.

In einer neuen Serie berichten The Huffington Post Korea und ihr Medienpartner, The Hankyoreh, dass der langfristige Kontakt mit giftigen Chemikalien nicht nur nachhaltige negative Auswirkungen für Samsung-ArbeitnehmerInnen haben kann, sondern auch für deren Kinder.

Der Begriff Reproduktionstoxizität beschreibt Erkrankungen von Kindern aufgrund der Anhäufung von verschiedenen toxischen Verbindungen über einen längeren Zeitraum in den Körpern ihrer Eltern. Er tauchte bisher nur selten auf. Viele Eltern fühlten sich bisher nämlich selbst schuldig und hielten die Krankheitszustände ihrer Kinder versteckt. Es ist sehr schwierig, dass jene, die oft nicht einmal die Schuld ihres Unternehmens für ihre eigenen Krankheiten ergründen konnten, nun auch die Krankheiten ihrer eigenen Kinder durch ihren Arbeitsplatz verursacht sehen.

Samsung Electronics und SK Hynix, letzteres ein führendes Unternehmen der koreanischen Halbleiterindustrie, leugnen beide die Beziehung zwischen Arbeitsbedingungen in der Halbleiterfertigung und Reproduktionstoxizität.
Diese aktuelle Reaktion ist vergleichbar mit den ersten Berichten über Berufskrankheiten in der Halbleiterindustrie im Jahr 2008. Damals begannen ehemalige Samsung-ArbeiterInnen, Leukämie und andere Krankheiten, die sie entwickelt hatten, den Arbeitsbedingungen in den Halbleiterfabriken zuzuschreiben. Während Samsung zunächst eine Verbindung zwischen den Ereignissen und Bedingungen in seinen Werken leugnete, urteilten koreanische Gerichte in mehreren Fällen, dass ehemalige an Leukämie erkrankte ArbeiterInnen in Samsung Halbleiterwerken Opfer von Arbeitsunfällen waren. Im Mai 2014  entschuldigte sich der Technologie Riese bei den ArbeitnehmerInnen und ihren Familien endlich, und sagte ihnen eine angemessene Entschädigung zu.

The Hankyoreh verfolgt nun die kaum berichtete Geschichte von den „Tränen der zweiten Halbleitergeneration„. Diese Geschichte untersucht die erschütternde Erzählung des Überlebenskampfes einer Familie angesichts ihrer chronischen, von ihrem Arbeitsplatz stammendenden, Gesundheitsprobleme. Pseudonyme werden verwendet für die Namen aller Personen, die in dem Artikel erwähnt werden:

Ms. Kim Hee-eun, eine 42-jährige Frau, arbeitete von 1991 bis 1998 in einer Samsung Electronics Fabrik in Onyang.

huffpost_20140201_samsung_image_miniIn einem Interview mit The Hankyoreh weint sie, während sie über ihren 15-jährigen Sohn Gunoo spricht, der im Jahr 1999 geboren wurde. Sie spricht auch über die schmerzhaften Jahre, die Gunoo in der Zukunft erwarten würden. Das Leid, das er schon 15 Jahre lang ausgehalten hat, würde für den Rest seines Lebens andauern.

Seit Anbeginn seines Lebens hat Gunoo mit stetigem Durchfall zu kämpfen. Er besucht nur ungern öffentliche Toiletten, vor allem jene in der Schule, aus Angst vor den Spuren, die sein Zustand hinterlässt. Er geht stets zu Hause auf die Toilette, morgens vor der Schule und vor dem Weg in ein Lernzentrum nach Schulschluss. Dieser für die meisten herkömmliche Prozess ist für Gunoo eine Schande und ein schmerzhaftes Ereignis. Zukünftige Komplikationen sind unbekannt.

Hee-eun erzählt über ihre Zeit bei Samsung: “Ich musste damals 12 Stunden am Tag arbeiten, schwitzte ständig. Niemand informierte mich über das Tragen von Schutzmasken und ich möchte wirklich fragen: Informierte mich Samsung einfach nicht über die Exposition gegenüber toxischen Verbindungen, weil sie es selbst nicht wussten?“

Derzeit leidet Hee-eun an Schilddrüsenkrebs, rheumatischer Arthritis, Meningitis und Hautkrebs. Alle 6 Monate geht sie zur Schilddrüsenkrebs-Behandlung, alle 3 Monate zur Meningitis-Behandlung und alle 2 Monate zur Behandlung ihrer Arthritis. „Ich möchte zumindest eine Nacht ohne Schmerzen schlafen können“, bringt Hee-eun ihren sehnlichsten Wunsch zum Ausdruck. Als sie ihre Patientenakte mit den Aufzeichnungen der letzten 10 Jahre verlangt, um Schadenersatzansprüche aufgrund von Berufskrankheit zu erheben, fragt sie der Beamte schockiert, wo sie denn gearbeitet haben könnte.

Lesen Sie den vollständigen Artikel der Huffington Post hier.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.

Seite drucken Für Hilfe klicken

Drucken Sie diese Seite mit den Tasten Strg+P oder unter Datei/Drucken.

Schrift zu klein Für Hilfe klicken

Die Schrift vergrößern Sie durch Strg ++ oder unter Ansicht/Zoom (im IE7 unter Seite) im Browsermenü.

Südwind, gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit. 2015 Europäisches Jahr für Entwicklung

Diese Website wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union betreut. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Gemeinschaft dar.