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Arbeitsrechtsverletzungen bei Samsung-Zulieferer

18. September 2014

New York – Nur sechs Wochen nachdem China Labor Watch (CLW) das letzte Mal Kinderarbeit bei einem Samsung Zulieferer aufdeckte gibt es nun einen erneuten Bericht. Kinder und StudentInnen werden unter ausbeuterischen Bedingungen beim Samsung- und Lenovo-Zulieferer HEG Electronics in Huizhou, Provinz Guangdong beschäftigt.

Im Zuge von Ermittlungen, die im Juli und August dieses Jahres durchgeführt wurden, erhielt CLW eine Liste von mehr als 10 Kindern unter 16. Der jüngste darunter war 14.

Schon vor zwei Jahren deckte CLW Rechtswidrigkeiten bei HEG auf, darunter waren auch Kinderarbeit, Mangel an Sicherheitstrainings, exzessive Überstunden und unbezahlte Überstunden. Samsung versprach daraufhin Kinderarbeit und andere Verletzung in der ganzen Produktionskette zu korrigieren. Allerdings kamen Nachkontrollen, die von CLW im Juli und August durchgeführt wurden, zu dem Ergebnis, dass sich die Bedingungen bei HEG nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert hatten.

CLW entdeckte zusätzlich zum Einsatz von Kinderarbeit, dass über 100 StudentInnen aus der chinesischen Provinz Hubei bei HEG beschäftigt werden, ohne Überstundenentlohnungen oder Nachtschichtzuschläge zu bekommen. Eine 19-jährige Studentin berichtete, dass sie während der Arbeit für Samsung bei HEG zusätzlich zu den normalen acht Arbeitsstunden täglich vier Überstunden machte,. Sie bekam jedoch nur 8.5 RMB ($1.38) pro Stunde für die gesamte Arbeit, obwohl das chinesische Gesetz eine Überstundenentlohnung von 1.5x bis 2x des regulären Lohnes vorsieht. Zudem erzählte die Studentin, dass die Fabrik nicht wollte das StudentInnen vor dem 10. September zu arbeiten aufhörten. Als einige StudentInnen am 23. August kündigten, weil ihre Vorlesungen wieder beginnen, bekamen sie ihren ausständigen Lohn nicht ausbezahlt.

CLW teilte seine Belege über Kinderarbeit und die Beschäftigung von StudentInnen bei HEG letzte Woche Samsung mit. Daraufhin forderte Samsung seinen Zulieferer HEG auf StudentInnen zu entlohnen, allerdings erhielten viele noch immer nicht die ihnen zustehende Entschädigung.

Die Ermittlungen von CLW ergaben auch diskriminierende Einstellungspraktiken, mehr als 100 monatliche Überstunden, Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Urlaub oder bei der Kündigung, Mangel an Sicherheitstrainings und ungenügender Erwerb von Sozialversicherungszeiten. Zusätzlich müssen ArbeiterInnen zwischen 12 und 13 Stunden ihrer Arbeit stehend verrichten.

Dies ist nun der vierte Fall von Kinderarbeit bei einem Samsung Zulieferer innerhalb der letzten zwei Jahre, der von CLW aufgedeckt wurde. Am 10. Juli 2014 veröffentliche CLW einen investigativen Bericht, der Kinderarbeit beim Samsung Zulieferer Shinyang Electronics enthüllte. Im Dezember 2012 deckte CLW auf, dass Kinder beim Samsung Zulieferer HTNS beschäftigt waren.

Schon zum zweiten Mal nun deckt CLW Arbeitsrechtsverletzungen bei HEG nun auf. HEG produziert derzeit für Samsung und Lenovo. CLW fordert von Samsung und Lenovo, die Missstände bei HEG zu korrigieren. So sollten die nötigen Sicherheitstrainings angeboten werden und ArbeiterInnen nach geltenden Gesetzen entlohnt werden. CLW fordert auch, dass HEG den ArbeiterInnen erlaubt eine Gewerkschaft in den Fabriken zu wählen, die sich für ihre Interessen einsetzt.

 

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