Sie sind hier: clean-IT > News > Massive Verletzungen der Arbeitsrechte in einer Quanta Computer Fabrik: Sony verkauft die Laptop Sparte und Apple schweigt

News

Massive Verletzungen der Arbeitsrechte in einer Quanta Computer Fabrik: Sony verkauft die Laptop Sparte und Apple schweigt

7. Februar 2014

New York. Nur wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass Sony seine Laptop-Sparte an einen japanischen Investmentfond verkauft, hat China Labor Watch (CLW) einen Untersuchungsbericht veröffentlich, der massive Arbeitsrechtverletzungen bei Sonys größtem Computerzulieferer offenlegt.

Die Computerfabrik von Quanta in Shanghai, China, produziert für Sony, Apple, Dell und HP. Bei verdeckten Ermittlungen durch CLW wurden 15 verschiedene Arten Arbeitsrechtsverletzungen aufgedeckt. Darunter befanden sich: Mehr als 1.8 Millionen US-Dollar an nicht bezahlten Überstunden, mehr als doppelt so viele obligatorische Überstunden als in den Statuten erlaubt, ungenügendes Arbeitstraining, ein nur 10 Minuten dauerndes Sicherheitstraining, Diskriminierungen beim Anstellungsverfahren, eine enorm hohe Anzahl von LeiharbeiterInnen, verspätete Lohnzahlungen, schlechte Qualität der 12-Personen Schlafsäle, ungenügende Sicherheitsausrüstung, ausfallendes Verhalten des Managements und das Fehlen von effektiven Beschwerdekanälen.

Im November und Dezember hat CLW Briefe an Sony, Apple, Dell und HP mit diesen beunruhigenden Ergebnissen geschickt. Innerhalb von zwei Wochen haben alle Firmen außer Apple geantwortet. Apple schweigt bis dato.

Verdeckte Ermittlungen von CLW in der Stadt in der die Fabrik von Quanta liegt, haben ergeben, dass ArbeiterInnen während der Hauptsaison 80 Überstunden oder mehr pro Monat leisten müssen. Das entspricht der doppelten Anzahl der im chinesischen Arbeitsrecht zugelassen Überstunden. Obendrein mussten ArbeiterInnen vor und nach ihren Schichten an Versammlungen teilnehmen, die zu weiteren 30 Minuten an unbezahlten Überstunden pro Tag führen. An 60.000 ArbeiterInnen werden somit 1.8 Millionen US-Dollar an Überstunden nicht ausbezahlt.

Die große Mehrheit der ArbeiterInnen in der Quanta-Fabrik sind LeiharbeiterInnen, die illegale Gebühren zahlen mussten, um überhaupt eingestellt zu werden. Sie haben Verträge mit den Leihfirmen anstatt mit der Firma selbst. Das System der Leiharbeitsverträge über Dritte neigt dazu das neue chinesische Gesetz, das den Prozentsatz von LeiharbeiterInnn  auf 10% pro Unternehmen limitiert, zu verletzen. Dieses Gesetz wird am 1. März 2014 in Kraft treten.

Die Fabrik von Quanta ist durchsetzt mit Sicherheitsrisiken, die unter anderem inadäquate Gesundheitsuntersuchung vor der Einstellung, ein nur 10 Minuten dauerndes Sicherheitstraining vor Arbeitsantritt und eine ungenügende Sicherheitsausrüstung vor Ort beinhalten. Abgesehen davon sind alle Produktionseinrichtungen mit Staub überzogen, es gibt Laserstrahlung, alle möglichen gesundheitsschädlichen Chemikalien wie zum Beispiel Toluol, Formaldehyd, Bleidampf, Ethanolamin, Butanon und Kohlendioxid.

Die Ermittlungen von CLW wurden im August und September 2013 durchgeführt. Während dieser Zeit hat CLW einen verdeckten Ermittler als Arbeiter in die Fabrik geschickt um die Arbeitsbedingungen aus erster Hand zu beobachten und die ArbeiterInnen zu interviewen. Eine davon unabhängige Ermittlung verifizierte diese Angaben durch Interviews mit ArbeiterInnen außerhalb des Fabriksgeländes.

Link zum CLW-Report (Englisch)

Quelle

Kommentieren ist momentan nicht möglich.

Seite drucken Für Hilfe klicken

Drucken Sie diese Seite mit den Tasten Strg+P oder unter Datei/Drucken.

Schrift zu klein Für Hilfe klicken

Die Schrift vergrößern Sie durch Strg ++ oder unter Ansicht/Zoom (im IE7 unter Seite) im Browsermenü.

Südwind, gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit. 2015 Europäisches Jahr für Entwicklung

Diese Website wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union betreut. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Gemeinschaft dar.