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Tödlicher Arbeitsunfall bei Nokia – Maschine vor Menschenleben?

8. November 2010

Jeden Tag fuhr die 21 jährige Ambika die 80 km lange Strecke mit dem Bus von ihrem Heimatdorf Kalavayi village nach Sriperumbudur (Indien), um in einer Nokia-Fabrik ihrer Arbeit nachzugehen. So auch am Sonntag, dem 31.10.2010, an dem sich der tödliche Arbeitsunfall ereignete.

Die junge Arbeiterin, die in der Abteilung für Bildschirmherstellung arbeitete, war im Begriff einen heruntergefallenen Bildschirm aufzuheben, als sie von hinten von einer Fräsmaschine erfasst und eingequetscht wurde. Da den anderen ArbeiterInnen weder Notfallvorrichtungen noch  entsprechendes Werkzeug zur Verfügung stand, um die Maschine zu stoppen, riefen sie die TechnikerInnen. Als diese wenig später eintrafen, stellte sich jedoch heraus, dass sie ebenfalls kein entsprechendes Werkzeug hatten, um die Arbeiterin von der Maschine zu befreien. Nur der Manager hätte ein solches, erklärten sie. Aufgrund der akuten Notlage wollten die ArbeiterInnen selbst versuchen, die Maschine zu entfernen, um Ambikas Leben zu retten. Dies wurde ihnen von den TechnikerInnen untersagt.

13 Minuten später trafen die nächsten SchichtarbeiterInnen ein. Es gelang ihnen schlussendlich, die junge Frau aus der Maschine zu ziehen. Doch die Hilfe kam zu spät- Ambika starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Nun wird scharfe Kritik von den betroffenen ArbeiterInnen und der Familie der Verstorbenen laut. Die TechnikerInnen hätten sich eher um den Erhalt der Maschine als um die verletzten Arbeiterin gekümmert. Nokia dementiert dies, bedauert den Vorfall und sichert der Familie der verstorbenen Arbeiterin Entschädigungszahlungen zu.

Ob dieses Zugeständnis allein reichen wird, bezweifeln VertreterInnen der Clean-IT Kampagne. Die Forderung nach Informationen zu den Maschinen sowie ausreichenden Schutzvorkehrungen für die ArbeiterInnen bleibt aufrecht, um in Zukunft  vermeidbare Arbeitsunfälle wirklich zu verhindern.



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