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WEED-Studie „Under Pressure“ über die ITK-Industrie in Mittel- und Osteuropa

3. November 2010

Eine neue Publikation der Arbeitsrechtsorganisation WEED enthüllt, dass Hightech-ArbeiterInnen in Mittel- und Osteuropa nicht von ihrer Lohnarbeit leben können, sondern auf Subsistenzwirtschaft angewiesen sind. ArbeitsmigrantInnen müssen zudem bis zu drei Jahre arbeiten, um ihre Schulden an die Vermittlungsagenturen zurückzahlen zu können.

Der taiwanesische Elektronikriese Foxconn lässt nicht nur in China sondern auch in Osteuropa fertigen und wurde in Tschechien wegen Nichteinhaltung von Pausenzeiten zu einer Geldstrafe verurteilt. Die aktuelle Studie zeigt, dass ArbeiterInnen in der osteuropäischen Hightech-Industrie enormem Arbeitsdruck ausgesetzt sind. Die Löhne beim rumänischen Zulieferer Celestica von 200 Euro reichen nicht zur Existenzsicherung, sondern zwingen die ArbeiterInnen nach ihren 12-Stunden Schichten in der Hightech-Fabrik Subsistenzwirtschaft zu betreiben.

Neben Rumänien befasst sich die Studie mit den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie in Ungarn und Tschechien. Tschechien ist die europaweit größte Auslieferungsstelle für Computer nach Westeuropa. Da es für Foxconn in Tschechien aufgrund der niedrigen Löhne schwierig ist ArbeiterInnen zu finden, setzt das Unternehmen verstärkt ArbeitsmigrantInnen ein. 90 Prozent der ArbeitsmigrantInnen und ein wachsender Anteil der tschechischen ArbeiterInnen erhalten nur Leiharbeitsverträge. Die ArbeitsmigrantInnen müssen bis zu 9.000 US-Dollar an die Vermittlungsagenturen zahlen. „Bevor wir nach Tschechien kamen, dachten wir, dass wir ein Jahr brauchen würden, um unsere Schulden zurückzuzahlen. Jetzt hoffen wir, dass wir innerhalb von drei Jahren schuldenfrei sind“, so ein vietnamesischer Foxconn-Arbeiter. Sechs Tage die Woche müssen die MigrantInnen in 12 Stunden Schichten arbeiten. Dies stelle einen Verstoß gegen das tschechische Arbeitsgesetzbuch dar, so die StudienautorInnen.

Die Studie „Under Pressure – Working Conditions and Economic Development in ICT Production in Central and Eastern Europe“ von Sarah Bormann und Leonard Plank kann hier elektronisch abgerufen werden und hier als Printversion bestellt werden.

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