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SACOM: Weitere Vergiftungen von ArbeiterInnen aufgedeckt

3. November 2010

Wie verzweigt und arbeitsrechtsverletzend die Produktionsbedingungen bei Apple und seinen Zulieferern sind, zeigt eine neue Studie der Arbeitsrechtsorganisation SACOM, die kürzlich veröffentlicht wurde.

Schon Anfang dieses Jahres wurden die ersten Vergiftungsfälle beim Apple-Zulieferer United Win in Suzhou, China, bekannt. 57 ArbeiterInnen wurden mit der chemischen Substanz N-Hexan, die zur Reinigung von Iphones verwendet wird, vergiftet. Symptome sind unter anderem Benommenheit, Taubheit und Atemnot. Viele haben sich bis heute nicht davon erholt. Apple selbst gab zu den Vorfällen keine öffentliche Stellungnahme ab, ebenso wenig bemühte sich der Konzern darum, die Opfer zu entschädigen.

Die gefährlichen Arbeitsbedingungen bei United Win sind keine Ausnahme. Im Zuge der Untersuchungen traf die Arbeitsrechtsorganisation SACOM auf ArbeiterInnen der Yun Heng Metal, Electrical and Mechanical Company, die ebenfalls durch N-Hexan bei der Arbeit vergiftet worden sind. Es stellte sich heraus, dass Yun Heng ebenfalls als Zulieferbetrieb für Apple aktiv ist- die vergifteten ArbeiterInnen produzierten Apple-Logos.

SACOMs Untersuchungen deckten auch andere Arbeitsrechtsverletzungen auf. Etwa, dass Yun Heng keine Arbeitsverträge mit seinen ArbeiterInnen abschließt. Außerdem werden die Löhne nach einem intransparenten System errechnet, aus dem nicht hervorgeht, was der Grundlohn ist und wieviel die Überstunden ausmachen. Weiters berichteten die Arbeiterinnen davon, dass ihnen beim Umgang mit N-Hexan keine Schutzkleidung zur Verfügung gestellt werde. Hinzu kommt, dass sie nicht über die Gefahren der Arbeitsbedingungen informiert werden.

Damit verletzen die involvierten Unternehmen mehrfach das geltende Arbeitsrecht.

SACOM fordert daher von Apple:

– Durchführung von Trainings über Arbeitsrecht, Sicherheit und Gesundheit in den Zulieferbetrieben

– Implementierung des Code of Conduct in den Zulieferbetrieben und regelmäßige Gesundenuntersuchung der ArbeiterInnen

– Veröffentlichung aller Fälle von Betriebskrankheiten

– Öffentliche Bekanntgabe von Entschädigungen und Verbesserungsmaßnahmen der Unternehmen nach Arbeitsrechtsverletzungen

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