News
Samsung: Schneller, besser, billiger auf Kosten der ArbeiterInnen
23. September 2010
Samsung: ein großer, moderner Elektronikkonzern auf der Überholspur, so scheint es. Wie eine kleine Stadt wirkt das Fabriksgelände, die „Samsung Digital City“, eine Stunde südlich von Seoul entfernt. Als Produzent von Flachbildschirmen, Farblaserdruckern und Mobiltelefonen präsentiert sich Samsung in den vordersten Reihen der größten Elektronikhersteller, neben Nokia, Apple und HP. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat Samsung satte Umsätze in Milliardenhöhe erwirtschaftet.
Doch der moderne Schein trügt. Zumindest in Bezug auf die Arbeitsstandards und die Rechte der ArbeiterInnen. Sie merken von den mächtigen Gewinnen nichts. Um Arbeitsstandards wie Versammlungs- und Gewerkschaftsrecht, Information zu giftigen Substanzen am Arbeitsplatz und entsprechende Schutzkleidung kümmert sich Samsung nicht. Entschädigungszahlungen für arbeitsbedingte Erkrankungen oder Unfälle werden nicht gezahlt.
Mehrere Arbeitsrechtsorganisationen, wie SACOM, die National Federation of Independent Trade Unions (NAFITU) und die Taiwan Labor Information und Education Association (TLIEA) setzen sich für die Rechte der ArbeiterInnen bei Samsung ein. In einem Brief an das Unternehmen im Jahr 2009 forderten die Organisationen die Einhaltung der Arbeitsrechte. Das Unternehmen weist jedoch jegliche Verantwortung von sich.
Krebserkrankungen der ArbeiterInnen aufgrund der starken toxischen Belastung bei der Arbeit sind keine Seltenheit, sondern fast schon eine traurige Normalität. Eines der vielen Beispiele dafür ist der Tod der Arbeiterin Ji-yeon Park, die in einer Samsung-Fabrik in Onyang, Südkorea, beschäftigt war. Sie arbeitete in der Mikrochip-Produktion und kam dabei täglich mit giftigen Chemikalien und Röntgtenbestrahlung in Kontakt. Am 31. März 2010 starb sie im Alter von nur 23 Jahren an Leukämie.
Zwei Tage später versammelten sich Angehörige und AktivistInnen, um der Verstorbenen zu gedenken und um mehr soziale Verantwortung von Samsung zu fordern: Samsung müsse Verantwortung für die Todesfälle übernehmen und Entschädigungen an erkrankte ArbeiterInnen auszahlen. Außerdem fordern die AktivistInnen von Samsung präventive Maßnahmen, um weitere Erkrankungen in Zukunft zu verhindern. Samsung wies jedoch jede Verantwortung zurück. Sieben AktvistInnen wurden von der Polizei verhaftet.
Eine Petition zur Unterstützung der ArbeiterInnen wurde vom Netzwerk ANROV (Asian Network for the Rights Of Occupational Accident Victim) für KonsumentInnen, AktivistInnen und alle Interessierten unter folgendem Link eingerichtet: http://www.petitiononline.com/s4m5ung/petition-sign.html.
2 Kommentare zu „Samsung: Schneller, besser, billiger auf Kosten der ArbeiterInnen“
Kommentieren
Drucken Sie diese Seite mit den Tasten Strg+P oder unter Datei/Drucken.








Artikel Feed

8. November 2010 um 15:27 Uhr
[...] der ArbeiterInnen, was bereits mehrmals von NGOs bemängelt wurde (siehe auch Artikel vom 23.9.2010). Aufgrund fehlender Schutzkleidung beim Umgang mit giftigen Chemikalien in der [...]
17. Januar 2011 um 10:51 Uhr
[...] Kim Joo Hyun ist nicht der erste Arbeiter bei Samsung, der aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen krank wurde. So erkrankten bisher an die 100 ArbeiterInnen, die giftigen Substanzen während der Arbeit ausgesetzt waren, an Krebs, 30 Personen starben (siehe Bericht vom 23.9.2010). [...]