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Foxconn expandiert. Mit im Gepäck: Milliardenschwere Aufträge und schlechte Arbeitsbedingungen

22. Juli 2010

Trotz der Selbstmordserie von ArbeiterInnen aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen beim Elektronikriesen Foxconn in Shenzehn, China, kann das Unternehmen weiterhin mit milliardenschweren Aufträgen von bekannten Markenfirmen wie Apple, HP, Dell und Co rechnen. Allein Dell bestellte für 2011 fünf Millionen Laptops, was eine Verfünffachung der Aufträge im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Um die zunehmenden Aufträge annehmen zu können, expandiert das Unternehmen Foxconn, das 2009 insgesamt 2,4 Milliarden Dollar Gewinn machte, sowohl in China als auch in Europa. In China weitet der Kontraktfertiger aufgrund der gestiegenen Arbeitskosten in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen im Süden des Landes seine Produktion nach Henan, Zentralchina, und in den Norden nach Tanjin aus, wo niedrigere Produktionskosten zu erwarten sind.
In Europa ist Foxconn in Tschechien auf der Suche nach 700 neuen MitarbeiterInnen für sein Werk in Kutna Hora, wo es für HP Server herstellt. 350 neue MitarbeiterInnen wurden seit Jahresbeginn bereits eingestellt.

Trotz der Expansion und der satten Gewinne des Unternehmens ändert sich nichts an den schlechten Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen. Nachdem in China seit Jahresbeginn vierzehn Menschen aus den Fenstern der firmeneigenen Wohnräume sprangen, wobei elf ArbeiterInnen starben und drei den Suizidversuch überlebten, sind die Arbeitsbedingungen am tschechischen Foxconn-Standort ebenfalls menschen- und arbeitsrechtsverletztend: In Pardubice wurde das Unternehmen von der Tschechischen Republik zu einer Geldstrafe von CZK 500.000 (rund 19.700 Euro) verurteilt, weil es die Ruhezeiten seiner ArbeiterInnen nicht einhielt. Bereits im Oktober soll das Unternehmen aus dem selben Grund zu einer Geldstrafe von 30.000 CZK (rund 1.200 Euro) verurteilt worden sein.

Foxconn beliefert als weltweit größter Elektronikhersteller bekannte Markenunternehmen wie Apple, HP, Nintendo und Nokia und beschäftigt rund 800.000 Menschen. Der Konzern wird immer wieder wegen der menschenrechtsverletzenden Arbeitsbedingungen und der schlechten Entlohnung öffentlich kritisiert.

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