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PA: Selbstmordserie in Foxconn-City

28. Mai 2010

Die österreichische Kampagne Clean-IT protestiert gegen die Arbeitsbedingungen bei dem chinesischen IT-Zulieferunternehmen Foxconn.

Wien, 28.05.2010. Heute bringt Apple das neue iPad auf den deutschen Markt ein. Im Juli wird es dann auch in Österreich so weit sein. Produziert wird aber für beide Länder im südchinesischen Shenzhen von dem Unternehmen Foxconn. Seit Jänner haben sich dort schon ArbeiterInnen umgebracht.

Andrea Ben Lassoued, Leiterin des Projekts Clean-IT bei der entwicklungspolitischen Organisation Südwind, sieht einen Zusammenhang zwischen den Selbstmorden und den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei Foxconn. Die ca. 300.000 Beschäftigten stehen unter enormen Druck. Sie arbeiten in Zwölfstundenschichten, sechs Tage die Woche. Dafür erhalten sie nur den staatlichen Mindestlohn von 105 Euro.

Terry Gou, der Präsident von Foxconn, hat bislang jede Verantwortung von sich gewiesen, und den Grund für die Selbstmorde auf persönliche Probleme der ArbeiterInnen zurückgeführt. Apple, neben Nokia, Hewlett Packard und Dell, ein wichtiger Kunde von Foxconn, erklärte nun in einer Stellungnahme, dass es die Bedingungen überprüfen werde. Dies kündigte Apple bereits 2006 an, nachdem erstmals massive Vorwürfe über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn an die Öffentlichkeit gelangt waren. Dennoch erhielten unabhängige Arbeitsrechtsorganisationen bislang keinen Zugang zu dem Unternehmen. „Die dramatische Selbstmordserie bei Foxconn ist die Folge schon lange bekannter, aber noch immer ungelöster Probleme. Markenkonzerne wie Apple sind mitverantwortlich für die miserablen Arbeitsbedingungen in der IT-Produktion. Sie müssen jetzt konkrete Maßnahmen durchführen, damit menschenwürdige Arbeitsbedingungen geschaffen werden können“, so Andrea Ben Lassoued.

Südwind setzt sich als Teil der europäischen Kampagne Procure IT fair für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der IT-Branche ein und unterstützt den Aufruf der chinesischen Arbeitsrechtsorganisation SACOM am 08. Juni den globalen Tag zur Erinnerung an die Opfer von Foxconn auch in Österreich zu begehen. In Österreich läuft derzeit eine Online-Petition von Südwind für faire Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie durch faire öffentliche Beschaffung an Universitäten und Fachhochschulen unter: www.clean-it.at/petition

Rückfragehinweis:
Andrea Ben Lassoued
Südwind
Tel.: 0699 170 57 692
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at
www.suedwind-agentur.at
www.clean-it.at

Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Teil der europäischen Procure IT Fair-Kampagne und wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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