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NGOs fordern sinnvolle Maßnahmen, um Selbstmorde vorzubeugen – Foxconn weigert sich
26. Mai 2010
Seit Jahresbeginn versuchten sich elf junge Arbeiter bei Foxconn das Leben zu nehmen. Zwei Selbstmordversuche scheiterten, sodass bisher neun Tote und zwei Schwerverletzte gezählt werden.
SACOM und andere NGOs, die sich für die Arbeitsrechte der ArbeiterInnen einsetzen, versammelten sich am 25. Mai 2010 vor dem Hauptquartier Foxconns in Hong Kong, um ihre Sicht der Selbstmorden der jungen Arbeiter auszudrücken. Foxconn jedoch unternahm keinen Versuch Gespräche einzugehen, im Gegenteil – das Unternehmen schloss Tür und Tor, und verweigerte jeglichen Kontakt. Zudem ließ Foxconn mit Hilfe von Sicherheitskräften Polizei die Protestierenden „entfernen“.
Das Unternehmen beharrt weiterhin darauf, dass es kein Ausbeuterbetrieb sei und daher auch keine Änderungen in der Unternehmensführung vornehmen möchte.
SACOM und anderer Arbeitsrechts-NGOs verfolgen mit ihrem Protest folgende Ziele:
1. Die Gründe für die Selbstmorde und Selbstmordversuche müssen herausgefunden werden.
2. Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert und ein Existenzminimum eingefordert werden
3. Demokratische Arbeitsvereinigungen in der Fabrik müssen ermöglicht werden
4. Arbeitsrechts- NGOs sollen eingeladen werdem, um über Management-Methoden und schlechte Arbeitsbedingungen zu diskutieren.
Bisherige Forschungen zu den Arbeitsbedingungen bei Foxconn ergaben, dass viele ArbeiterInnen während der Arbeit starkem Stress ausgesetzt sind: Es ist ihnen nicht erlaubt während der Arbeit zu sprechen. KollegInnen, die in einer Produktionslinie arbeiten, kennen sich nicht. Ebenso sind ihnen ihre MitbewohnerInnen oft unbekannt. Sie wohnen zwar zusammen unter einem Dach oder in einem Zimmer, sind gleichzeitig aber voneinander isoliert.
Obwohl bei Foxconn durchschnittlich an die 100 Stunden pro Monat geleistet werden, verdienen die ArbeiterInnen dennoch zuwenig um eines der von ihnen produzierten Elektrogeräte zu kaufen. Um ihre Forderung nach einem existenzsichernden Lohn zu unterstreichen, verbrannten die DemonstrantInnen für die Verstorbenen iPhones aus Papier. Zum Abschluss marschierten sie rund um das Gebäude der Foxconn-Leitung.
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