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Apple bleibt Antwort schuldig: Vergiftung der ArbeiterInnen in der Produktion aufgedeckt
21. Mai 2010
Aufgrund eines nicht ausbezahlten, jährlichen Gehaltsbonus streikten 2000 ArbeiterInnen der Firma United Win in Suzhou, China. United Win ist Teil des Unternehmens Wintek Corporation, einem Zuliefererbetrieb der Firma Apple. Die ArbeiterInnen produzieren Elektronikartikel – von Mobiltelefonen, über I-phones bis hin zu Digitalkameras. Da sie bei der Produktion mit toxischen Stoffen in Berührung kommen, setzten sie auch nach der Auszahlung des jährlichen Bonus ihre Demonstration fort, um zusätzlich auf die ungesunden und krank machenden Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.
Seit Mitte 2009 geht das Gerücht um, dass ArbeiterInnen bei United Win mit dem toxischen Stoff Hexan vergiftet werden. Er wird zur Reinigung der produzierten Touchscreens verwendet. Die farblose, leicht nach Benzin riechende Flüssigkeit übt eine Reiz- und Ätzwirkung auf die Haut aus und kann zu Nervenschäden führen. Zudem enthält sie Suchtpotential.
Das Gerücht entpuppt sich als Tatsache: auch die regionale Gemeindeverwaltung für Arbeitssicherheit bestätigt bei einer Pressekonferenz: 47 ArbeiterInnen bei United Win weisen Symptome einer Hexan-Vergiftung auf. Sie wurden inzwischen medizinisch versorgt.
Verschiedene Medien berichten, dass alle betroffenen ArbeiterInnen in der Produktionslinie von Apple tätig waren. Apples Verhaltenskodex für LieferantInnen besagt, dass sich die Zulieferer um gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen kümmern müssen. Die Firma Apple trägt insofern Verantwortung für die Vergiftungen, als dass sie es nicht geschafft hat, den Verhaltenskodex erfolgreich zu implementieren. Apple verweigert sich diesbezüglich einer Aussage.
Um ein besseres Verständnis der Arbeitsbedingungen zu erzielen, führte die Menschenrechtsorganisation SACOM Interviews mit ArbeiterInnen durch. Mehrere, schwer menschenrechtsverletzende, Aspekte werden ersichtlich:
1. Wintek versuchte die Vergiftungen geheim zu halten. Erst als ArbeiterInnen zur Gesundenuntersuchung ins Krankenhaus gingen, begann Wintek sie in ein Krankenhaus für Berufskrankheiten, Prävention und Behandlung zu schicken.
Zudem besteht eine Diskrepanz hinsichtlich der Anzahl der erkrankten Menschen aus Sicht von Wintek und der Sicht der ArbeiterInnen selbst.
2. ArbeiterInnen berichten, dass Wintek vor Inspektionen Sicherheitstüren öffnet, um die chemische Belastung in den Räumen zu mindern.
3. Die ArbeiterInnen müssen 70 Stunden und mehr pro Woche arbeiten. Dies widerspricht den lokalen Gesetzen ebenso wie Apples Verhaltenskodex.
4. KeineR der interviewten ArbeiterInnen hat je etwas von einem Verhaltenskodex gehört.
5. Wenn ArbeiterInnen Beschwerde einlegen, werden sie nicht ernst genommen – stattdessen sind sie Beschimpfungen ausgesetzt.
Der Report in Langfassung steht hier zum Download bereit.
2 Kommentare zu „Apple bleibt Antwort schuldig: Vergiftung der ArbeiterInnen in der Produktion aufgedeckt“
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Artikel Feed

2. Februar 2011 um 12:15 Uhr
[...] dafür sind seine Zulieferer Lianjian Technology und Wintek (siehe Bericht vom 21. Mai 2010). Beide produzieren Flachbildschirme für Apple. Zur Reinigung wurde die giftige Chemikalie [...]
7. März 2011 um 19:44 Uhr
[...] der ArbeiterInnen – Wie schon im Artikel vom 21. Mai 2010 näher ausgeführt, gab es bei Apples Zulieferer Wintek im Jahr 2010 eine Vergiftungsserie [...]