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Report: Erst Blood Diamonds, jetzt Blood Computers?

12. September 2009

Spätestens seit dem Film „Blood Diamond“ von 2006 hat sich in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für illegalen Diamantenhandel, dessen Erlös gewaltsame Konflikte finanziert, entwickelt .  Ein neuer Bericht der NGO Global Witness zeigt auf, dass auch die Elektronikindustrie von dieser Gefahr betroffen ist. Er beschreibt, wie internationale Konzerne Mineralien von Lieferanten kaufen, die Handel mit Militär und gewaltsamen Rebellen betreiben. Viele Abbaugebiete in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) werden von militanten Gruppen kontrolliert, die sich gewaltsam Zugang zu wertvollen Mineralien verschaffen und Zivilisten zu unbezahlter Arbeit zwingen. Der Handel mit Mineralien stellt eine lukrative Möglichkeit dar, um Munition zu kaufen und weitere Kämpfe zu finanzieren. Neben Gold, sind die Rohstoffe Zinnerz und Koltan im weltweiten Handel von großer Bedeutung, da sie nicht nur für die Herstellung von Computern, sondern auch für MP3-Player und andere elektronische Geräte benötigt werden.

Kritik an fehlender Transparenz der Lieferketten

Insgesamt 240 Unternehmen der Mineralien-, Metall- und Technologieindustrie wurden von Global Witness unter die Lupe genommen. Dem Bericht zufolge kauft der Hauptlieferant der Firma THAISARCO (eine Tochterfirma der britischen Firma AMC- British Amalgamated Metal Copr.) Zinn und Koltan bei der ruandischen Hutu-Miliz FDLR (Democratic Forces for the Liberation of Rwanda). 2008 deckte die britische Regierung auf, dass das britische Unternehmen Afrimex bei Lieferanten kauft, die mit Rebellen kooperieren. Konsequenzen von Seiten der Regierung gab es für den Konzern jedoch nicht. Neben der belgischen Firma Tradement und dem internationalen Unternehmen Traxys, wird die Rolle von bekannten Multimedia- Unternehmen wie HP, Nokia, Dell und Motorola in Frage gestellt: Auch wenn die Unternehmen bei offiziell anerkannten Lieferanten kaufen, kritisiert Global Witness die fehlende Transparenz bei der Rückverfolgung der gesamten Lieferkette. Wenn die Mineralien bei den Unternehmen ankommen, können sie bereits bis zu sieben Mal ihren Besitzer gewechselt haben – da Firmen meist nur Informationen über ihren direkten Lieferanten haben, bleibt der restliche Weg im Dunkeln.

Forderungen

Global Witness fordert, dass Firmen, die Mineralien aus der DRK kaufen, eine sorgfältige Prüfung der gesamten Lieferkette gewährleisten, um zu verhindern militante Gruppen zu finanzieren und somit den fortwährenden Krieg zu unterstützen. Zudem werden die DRK und internationale Regierungen aufgefordert bewaffneten Gruppen und Militär den Zugang zu Minen, Handelsrouten und externen Netzwerken zu unterbinden. Ferner wird von Regierungen gefordert nationale Unternehmen, die in den illegalen Mineralienhandel der DRK involviert sind, zur Verantwortung zu ziehen.

Den Global Witness Report “Faced with a Gun, What Can You Do?” finden Sie hier.

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